Plastic fantastic (2) – Wir müssen größer denken. Eine Provokation.

„Das bringt doch alles nichts“ – diesen Satz höre ich oft, wenn ich von Plastikvermeidung im Alltag rede. Während ich am Anfang immer argumentiert habe, dass alles hilft, was wir tun, habe ich mittlerweile meine Meinung geändert. Mir begegnen so viele Menschen, die sich um den kleinsten Krümel Mikroplastik sorgen. Während gleichzeitig noch immer an anderer Stelle Entscheidungen getroffen werden, die ein millionenfaches dieser mühseligen Plastik-Einsparungen aufwiegen. Deswegen wird dieser Text jetzt eine Provokation: Wir müssen aufhören, Cremes anzurühren und größer denken. Wir müssen aggressiver werden, unsere Energie zusammenlegen, dort aktiv werden, wo ein großer Nutzen zu erwarten ist. Weil uns die Zeit davon läuft.

Mehr lesen

Plastic fantastic (1) – Erstmal schauen, was drin ist

Wer nichts weiß, kann nicht handeln. Deswegen bin ich begeistert von den vielen praktischen Apps, die es mittlerweile gibt: Mit ihrer Hilfe erfährt man in Sekundenschnelle die Inhaltsstoffe eines Produkts, was an diesen Stoffen gut und schlecht ist und ob das Produkt insgesamt gut oder schädlich ist. Man scannt einfach nur den Barcode. Wer mit diesen kostenfreien Apps zuhause einige seiner täglich verwendeten Produkte scannt, wird staunen, was er alles findet. Als ersten Schritt in ein Leben mit weniger Plastik empfehle ich deshalb erstmal, einfach nachzusehen, was man so alles hat. Dann kann man entscheiden, ob man diese Produkte weiter verwenden will oder nicht und sich gegebenenfalls auf die Suche nach Alternativen machen.

Mehr lesen

Plastic-fantastic! Plastik ist zu wertvoll, um es zu verschwenden – eine Serie über Alternativen

Als ich vor ein paar Jahren anfing, mich gegen Plastik zu engagieren, war ich noch ein Exot. Das Problem war den meisten Menschen gar nicht bewusst. Das ist heute zum Glück anders. Ich bin froh, dass ich mich in den Anfangszeiten nicht von meinem Kampf gegen Plastikmüll habe abbringen lassen – denn es ist wirklich wunderbar, welch großes Interesse mir und dem Projekt mittlerweile entgegengebracht wird, wieviel Unterstützung ich erfahre und welch wunderbare Menschen mir dadurch begegnet sind. Das macht mich so froh! Deswegen kommt jetzt die nächste Stufe: Ich beginne hier eine Serie über Plastik, weil mir immer wieder die gleichen Fragen gestellt werden: Welche Alternativen zu Plastik gibt es? Was kann ich alleine tun und bewirken? Wie genau ist das mit Mikroplastik, Glas- versus Plastikflaschen oder den Kläranlagen in Deutschland? Ich zeige, was ich selbst in meinem Leben geändert  habe – ihr könnt es dann einfach nachmachen und euch mühsames Suchen ersparen. Es ist viel einfacher (und häufig auch noch billiger) als man denkt!

Mehr lesen

Fleece-Pullis sind warm. Und aus Plastik.

Eine meiner Lieblings-Winterjacken ist aus Fleece. Leider ist das nicht gut. Das habe ich festgestellt, als ich vor einiger Zeit meinen Plastik-Vortrag erneuert habe, den ich auf Expeditionsschiffen halte. Dabei wurde mir auch wieder einmal klar, wie unbewusst wir oft zur Verschmutzung und Vergiftung unserer Welt beitragen. Das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung hatte mir Material zur Verfügung gestellt, in dem unter anderem folgendes stand: Beim Waschen eines Fleece-Pullovers lösen sich etwa 1900 Fasern aus dem Pullover. Jedes Mal. Die Fasern werden mit dem Abwasser ausgespült und können von vielen Kläranlagen nicht ausgefiltert werden. So werden sie zu einem Teil des Mikroplastik-Problems. Denn diese Plastik-Partikel sind so fein, dass sie Eingang in unseren Nahrungskreislauf finden. Entweder, weil sie ein Fisch frisst, der morgen auf unserem Teller landet. Oder weil die Weichmacher ins Wasser abgegeben werden, oder beides. Es gibt viele Wege, wie Plastik zu uns zurück findet. Sicher ist dabei nur: Es kommt zurück.

Dass die Fleece-Pullover gar keine so kleine Rolle spielen, hat jetzt eine Untersuchung in Spitzbergen gezeigt.

Mehr lesen