Plastik

Müll sammeln in Spitzbergen – Projekt und Vorträge

Das Netz lag ganz oben. Von weitem wussten wir erst nicht, was es war, etwas Grün-Weißes, weit vom Strand entfernt. Als wir näher kamen, erkannten wir: Es war ein Fischernetz. Das Weiße darin waren 13 Rentiergeweihe. Es mussten also mindestens sieben Rentiere gewesen sein, die sich in dem Netz verfangen hatten. Wir standen im Wind und keiner sagte ein Wort. 

Szenen wie diese ist jeder gewöhnt, der in Spitzbergen unterwegs ist. Wir beobachten Eisbären mit Netzen um den Hals, Robben mit Tauen um den noch wachsenden Leib. Wir machen Mann-über-Bord-Übungen mit Plastik-Inseln im Wasser. Wir sammeln Barbiepuppen-Pferde, Feuerzeuge, Ohrstäbchen, Schuhe, Plastikflaschen, Plastikdeckel, Tuben, Kanister, Bierkästen, Spritzen, Plastikraben, Wasserkocher, Arbeitshelme, Gummihandschuhe und Deosprays ein.

Wir sehen Spitzbergen in seiner Pracht. Und dann sehen wir den ganzen Müll.

Wissenschaftliches Projekt mit dem Alfred-Wegener-Institut

2015 stand ich an dem vermüllten Strand Sørvika auf Nordaustlandet und fasste einen Entschluss: Ich wollte mehr tun. Ich kontaktierte das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven. Die Wissenschaftler Dr. Melanie Bergmann und Dr. Lars Gutow beschäftigen sich dort seit Jahren mit marinem Müll. Gemeinsam entwickelten wir ein Citizen-Science-Projekt, also ein Projekt, in dem Laien auf einfache Weise wissenschaftlich valide Daten sammeln.

Wenn ich nun mit Touristen in Spitzbergen unterwegs bin, versuchen wir einmal pro Reise eine wissenschaftliche Sammlung. Wir messen einen Strandabschnitt aus, sammeln den Müll ein, kategorisieren ihn. Dann wiegen wir die einzelnen Kategorien und zählen jedes einzelne Stück Müll. Bei unseren Gästen, die alle freiwillig an den Sammlungen teilnehmen, hinterlässt dieses Projekt tiefen Eindruck. Mittlerweile haben wir über unsere Ergebnisse einen wissenschaftlichen Aufsatz beim Marine Pollution Bulletin veröffentlicht. Der Spiegel hat darüber berichtet, verschiedene Fernseh- und Radiosender, sogar die New York Times.

Vorträge an Schulen und öffentlich

Auf den Schiffen habe ich gemerkt, auf wieviel Interesse meine Vorträge stießen. Deswegen habe ich begonnen, auch an Land über unser Projekt, über Plastikverschmutzung generell und die Alternativen zu Plastik zu sprechen. 2015 war ich mit diesem Thema noch ein Exot. Heute ist das zum Glück nicht mehr so, das Problem unserer Plastikverschmutzung ist in der breiten Öffentlichkeit angekommen.

Heute werde ich immer wieder eingeladen, von meinen Erfahrungen auf Spitzbergen und darüber, was wir damit zu tun haben, zu erzählen. Auch an Schulen halte ich oft Vorträge, ab der 5. Jahrgangsstufe. Ich erzähle den Schülern, was wir sehen, wie es aussieht an den Stränden. Was in ihren glitzernden Duschgels eigentlich alles drin ist. Und warum es einen Unterschied macht, ob sie ihre Apfelschorleflasche zurück geben oder in die Wiese werfen.


Haben Sie Interesse an einem Vortrag?

Dann melden Sie sich einfach hier bei mir.


Was ich dabei vermitteln will, ist Aufbruchs- anstatt Endzeitstimmung. Wir können es besser machen! Wir müssen dazu nicht wieder alle in den Wald ziehen und unsere Seife selbst kochen. Wir müssen auch nicht auf alles verzichten oder bei jedem Konsum schlechtes Gewissen haben.

Plastik ist nicht das Problem. Das Problem ist, was wir damit machen (Erik Solheim, Head of UN Environment Programme)

Was wir brauchen, ist in Teilen eine Rückkehr zu Altbewährtem. Viel mehr aber brauchen wir Innovationen. Schlaue Produkte, die weniger Ressourcen verbrauchen und weniger giftig sind. Intelligente Lösungen. Ein Plastikbecher mit ein bisschen weniger Plastik ist keine intelligente Lösung. Wir brauchen Produkte, die dem Wissensstand des Jahres 2019 würdig sind. Mit denen keine alten Fehler wiederholt werden. Wer solche Lösungen sucht und findet, kann eine Menge Geld verdienen und eine Menge Arbeitsplätze schaffen.

Reaktionen nach meinen Plastik-Vorträgen

Am Gabriel-von-Seidl Gymnasium Bad Tölz haben einige Schüler nach meinem Vortrag ein eigenes Projekt auf die Beine gestellt: Sie haben ihre Mitschüler gezielt darauf aufmerksam gemacht, wie viel Müll auf ihrem Sportplatz weg geworfen wird. Drei Wochen lang haben die Schüler dafür den Müll gesammelt und gezählt. Dieses Projekt hat mich riesig gefreut!

Christophorus-Schule Berchtesgaden, Lisa, 5. Klasse

Mich hat es richtig mitgenommen, wie ich die toten Tiere gesehen habe. Meinem Papa hab ich gleich beim Einkaufen gesagt, er soll keine Plastiktüte nehmen!

 Christophorus-Schule Berchtesgaden, Emma, 5. Klasse

Ich fands richtig gut, weil manche jetzt erst wach werden und anfangen zu denken!

Gabriel von Seidl Gymnasium, Bad Tölz (Lehrkraft)

Weil Birgit Lutz die Schönheit und das Schützenswerte dieser Erde zeigt, rüttelt der Vortrag die Zuhörer richtig auf, aktiv gegen die Plastikflut einzutreten. Sie bringt den Schülern die Plastikthematik eindrücklich und sehr anschaulich nahe. Jeder Schüler (aber auch Ältere!) sollte diesen Vortrag sehen!

Otto-Hahn-Gymnasium Marktredwitz (Lehrkraft)

Der Vortrag von Birgit Lutz war sehr informativ und aufrüttelnd. Auch der Aufbau war gut durchdacht – zuerst die Abbildung der „heilen Welt“, dann die harte Realität. Die Tipps am Ende sind sehr hilfreich, und auch die Appelle an die Schüler fand ich sehr gut.

Otto-Hahn-Gymnasium Marktredwitz (Schülerin, 11. Klasse)

Ich fand den Vortrag sehr interessant, vor allem, dass sie uns die guten sowie die schlechten Seiten Spitzbergens gezeigt hat. Ich fand es erschreckend, wie viel Plastik schon in den Meeren ist. Dank diesem Vortrag schaue ich mehr auf meine Umwelt, und die App CodeCheck hilft mir dabei. Solche Vorträge sollte es öfter geben, weil die Menschen davon erfahren müssen, sonst sieht die Zukunft nicht gut aus. Ich fand sie hat es sehr lebendig gestaltet. Ich konnte viel daraus mitnehmen.

Otto-Hahn-Gymnasium Marktredwitz (Schülerin, 11. Klasse)

Der Vortrag war sehr interessant und aufklärend, da sie einfach von ihren persönlichen Erfahrungen berichten konnte. durch die zahlreichen Bilder und genauen Fakten/Zahlen wurde mir erst richtig dieses Ausmaß bewusst. Ich finde, dass es solche Vorträge in allen Jahrgangsstufen geben sollte.

Otto-Hahn-Gymnasium Marktredwitz (Schüler, 11. Klasse)

Der Vortrag war sehr interessant und man konnte der Frau gut zuhören, ohne dass es langweilig wurde.

Otto-Hahn-Gymnasium Marktredwitz (Schüler, 11. Klasse)

Der Vortrag war interessant weil ich Vieles noch nicht wusste. Die Veranschaulichung durch Bilder und Videos war sehr gut.

Otto-Hahn-Gymnasium Marktredwitz (Schüler, 11. Klasse)

Ich fand gut, dass sie die guten und schlechten Seiten gezeigt hat und sich wirklich dafür einsetzt. Bei manchen Vorschlägen war ich mir nicht sicher ob es so super helfen würde, aber das meiste was sie erzählt war interessant und wichtig.

Rapunzel Naturkost

So wünschen wir uns eine Referentin: Sympathisch-authentisch erreichte Birgit Lutz das Publikum und leistete nicht nur Aufklärung mit ihrer klaren Analyse, sondern gab auch ganz praktische Mutmacher-Tipps. Ihr Aufruf ‚Fangt mit irgendwas an!‘ ist genau das, was wir über unser Event-Programm mitgeben wollen. Denn wir können alle etwas tun!

Willibald-Gluck-Gymnasium, Neumarkt (Schülerin, 11. Klasse)

Ihren Vortrag über Plastikmüll im Meer fand ich sehr spannen, da Sie über Ihre eigenen Erfahrungen und Ihre Arbeit in Spitzbergen erzählt haben un und Bilder und Filme gezeigt haben, die Sie selbst aufgenommen haben.

Willibald-Gluck-Gymnasium, Neumarkt (Schülerin, 11. Klasse)

Ich fand es sehr gut, dass Sie so viele Bilder und Videos dabei hatten, denn dadurch konnte man sich das alles erst richtig vorstellen. Der kurze Faktenteil hat einem die Augen geöffnet war aber nicht zulange, so dass man sich nicht gelangweilt hat. Dass Sie die meisten Fotos selbst gemacht haben, sehr viel wussten und sich wirklich persönlich ein Bild von den Problem gemacht und versucht haben, etwas dagegen zu tun, hat den Vortrag spannend und authentisch gemacht.

Willibald-Gluck-Gymnasium, Neumarkt (Schüler, 11. Klasse)

Ich finde den Vortrag empfehlenswert, weil er allgemein über die Verschmutzung der Erde informiert und einem die Augen öffnet. Informationen wurden gut rüber gebracht, wodurch man durchgehend gespannt zugehört hat.

Willibald-Gluck-Gymnasium, Neumarkt (Schülerin, 11. Klasse)

Ich fand den Vortrag interessant, weil man zwar bereits wusste, wie viel Müll im Meer liegt, jedoch waren die Statistiken, die hohen Zahlen ziemlich schockierend. Fand es auch gut, dass Sie uns einige Bilder von Tieren gezeigt haben, die Müll um den Hals oder Plastik gefressen haben.

Luisengymnasium Düsseldorf, Binh, 6. Klasse

Sehr geehrte Frau Lutz, ich fand Ihre Präsentation sehr informativ und ich fand es schön, dass Sie uns über das viele Plastik, das an den Stränden liegt, aufmerksam gemacht haben. Dadurch kann man ja weniger Plastik konsumieren und auch was für die Umwelt tun. Danke. Binh

Luisengymnasium Düsseldorf, Maurice, 6. Klasse

Liebe Frau Lutz, ich fand Ihren Vortrag sehr interessant, vor allem, dass die Gäste und Sie immer wieder den Strand aufräumen. Es war auch toll, dass Sie uns berichtet haben, wie es woanders aussieht und was wir tun können. Es macht auch sehr viel Spaß, in einen Laden zu gehen und mit Code Check zu gucken, ob etwas naturfreundlich oder schädlich ist. Nur, es gibt viel viel mehr schädliche Produkte als freundliche. Ich achte jetzt mehr darauf, was ich kaufe und benutze, z.B. kaufe ich jetzt mehr Glasprodukte oder aus Holz. Viel Glück auf Ihrem Weg. LG Maurice

Luisengymnasium Düsseldorf, Zehra, 6. Klasse

Sehr geehrte Frau Lutz, mich hat es sehr beeindruckt, dass Sie so weit gewandert sind und auch noch zu Fuß. Ich zum Beispiel würde es nicht schaffen, in dieser Kälte so weit zu gehen. Und ich finde es toll, dass Ihr den Müll von den Stränden aufgeräumt habt. Man sollte wirklich Respekt vor Ihnen haben.

Luisengymnasium Düsseldorf, Ecem, 6. Klasse

Sehr geehrte Frau Lutz, ich fand es sehr interessant, auch mit den Bildern und Videos. Die Erklärungen waren sehr hilfreich und es hat sich gelohnt, denn es ist interessant zu wissen, was alles mit (in) der Umwelt passiert. Ihre Ecem

Mittelschule Schliersee (Lehrkraft)

Der Vortrag über Umweltverschmutzung in abgelegenen Gebieten wie den Küsten von Spitzbergen hat die Schüler der Mittelschule stark beeindruckt. Auch wenn das Thema unterrichtlich bereits bekannt war, ist es doch greifbarer und emotional ansprechender, wenn die Referentin ihre persönlichen Erlebnisse wiedergibt. Dass die Schüler Birgit Lutz mit Fragen überhäuft haben, zeigt, wieviel Interesse sie in ihnen wecken konnte.